„Übrigens! Aber das nur nebenbei."
Was? Ja!
Ist es jetzt eine Geschichte, die Prokopetz in seinem neuen
Programm erzählt oder sind es G`schichten und G`schichterln, die einem roten
Faden folgend wie Perlen auf einer Kette aufgereiht sind? Oder ist es, wie
man aus dem Titel „Übrigens!" schließen könnte, nur ein einziger großer
Zwischenruf? Oder ist es der Entwurf einer dialektischen kognitiven
Hermeneutik oder geht es eh nur um Sex? Auf alle diese Fragen kann man nur
mit: „Ja!" antworten aber auch mit: „Nein!" Eines jedoch steht fest: Es ist,
sowohl in Inhalt als auch in Form, das reichhaltigste Programm, das
Prokopetz je hingelegt hat. Reichhaltig auch, denn es kommen immerhin 3 neue
Lieder vor, die Prokopetz selbst singt und sich auch selbst
auf der Gitarre begleitet. Das Lied vom blöden Witz. Das Lied vom sinnlosen
Gesicht. Und: Das Lied vom Leserbriefschreiber.
Die Dämonie des Alltags ist es, aus der Prokopetz – wie
immer – schöpft und sich daher auch ganz unkompliziert sagen ließe: Das
Programm ist „aus dem Leben gegriffen!"
Warum er anfangs gar nicht weiß, ob er bis zum Schluss
bleiben kann, warum er auf Äußerungen seiner Frau, zunächst immer nur:
„Was?" sagt, wie das Eheliche im fortschreitenden Alter überhaupt so ist,
warum es keine Rolle spielt, wenn die Welt 14 Tage früher oder später
untergeht, wie die beiden Spießgesellen von Kater Karlo (aus der Micky Maus)
heißen, das alles erfährt man an diesem Abend.
Aber genauso wird man erfahren, warum Verkäuferinnen in
Modemärkten „unsichtbar" sind, wie lange fünf Minuten dauern können, dass
Gott die Welt in drei Tagen hätte erschaffen sollen, weil wir dann vier Tage
Wochenende hätten und noch vieles mehr.
Es geht einfach um ALLES: bis hin zu den letzten Fragen:
„Warum bin ich hier? Wohin gehe ich?" Und vor allem: „Wer bezahlt das
alles?" Und: „Wie ernähre ich mich ohne Unterkiefer?"
Über das österreichische Idiom, das die österreichische
Seele, ja die österreichische Tragödie widerspiegelt, führt uns Prokopetz
mit seinem neuen Programm, bis hin zu der tröstlichen Erkenntnis: „Der Grund
unseres Hierseins, ist noch lange nicht der Sinn unseres Daseins."
Übrigens: Sehr, sehr lustig! Aber das nur nebenbei.